
Christoff fragt nach dem Weg
Samstag bin ich mit einem neuen Kollegen (Christoff) und einem Kollegen aus Portugal (João) zum Serra da Leba Pass gefahren, da beide diese spektakuläre Aussicht noch nicht kannten. Für den Rückweg hatten wir uns überlegt, die Hauptstrasse zu verlassen und einen Nebenweg über den Ort Huila zu nehmen. Bei dem Ort Huila sollte es einen Wasserfall geben, den wir besichtigen wollten. So zumindest der Plan!
Es lief soweit auch alles ganz gut, bis die Strasse plötzlich nach 5 km endete und in eine Sandpiste überging. Da das hier nichts aussergewöhnliches ist und wir mit einem großen geländegängigem Fahrzeug unterwegs waren kein Problem.

Im Busch
Ein Problem war allerdings, dass diese Piste immer unübersichtlicher wurde und es immer wieder Abzweigungen gab an denen wir nicht wussten, in welche Richtung es jetzt weitergeht. Auf der Karte die wir dabei hatten war natürlich gar nichts eingezeichnet. Ich habe in meinem Handy zwar ein GPS-Empfänger, aber wie genau ist der? Die Piste hörte immer mehr auf Piste zu sein und irgendwann fuhren wir über freies Feld, auf dem man nur noch Autospuren erahnen konnte. Die Zivilisation hatten wir schon lange hinter uns gelassen, Häuser hatten wir schon lange keine mehr gesehen. Hin und wieder tauchte wie aus dem Nichts ein Einheimischer auf, der irgend etwas von A nach B trug. Wenn man sie aber auf den Ort Huila ansprach, so existierte der Ort angeblich gar nicht.

Wasserfall von Huila
An den Rückweg über den gleichen Weg den wir gekommen waren, war mittlerweile auch nicht mehr zu denken, denn wir hatten mittlerweile 16.00 Uhr. Und das war unser 2. großes Problem: um 18.00 Uhr ist es stockdunkel und man sieht mitten in der Pampa die Hand vor den Augen nicht mehr. Ich hatte mich schon innerlich darauf eingestellt im Wagen zu übernachten, denn dort im Dunkeln durch das Gelände zu fahren wäre unverantwortlich.
Irgendwann sind wir dann an eine Stelle gekommen, wo große Betonrohre gelagert wurden. Diese müssen ja irgendwie dahin gekommen sein! Also LKW-Spuren suchen und diesen folgen. Und tatsächlich, es hat geklappt! Nach ca. 45 Minuten Fahrt erreichten wir einen Ort. Als wir dort dann nachfragten, wo wir denn seien, sagte man uns, wir wären in Huila!
An den Wasserfall war jetzt leider nicht mehr zu denken, da wir mittlerweile 17.30 Uhr hatten und es zu dämmern begann. Wir konnten nun aber auf einer gut ausgebauten Strasse den Rückweg nach Lubango antreten.

Rückfahrt
Am nächsten Tag machten wir uns erneut auf den Weg nach Huila. Den Wasserfall fanden wir dann auch recht schnell. Es war zwar nichts Spektakuläres, aber doch schön zu wissen, dass Ziel noch erreicht zu haben.
Von Huila aus machten wir noch einen Abstecher nach Chibia, einem netten kleinen Ort ca. 40 km von Huila entfernt. Dort haben wir dann noch etwas gegessen und uns anschließend wieder auf den Heimweg gemacht.
Die Rückfahrt war herrlich: die Sonne geht langsam unter und taucht die Landschaft in ein fantastische Licht, aus dem Autoradio klingen afrikanische Rhythmen und man cruised einfach nur gemütlich dahin. In diesen Momenten geniesst man es wirklich hier zu sein!